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Thursday, 8. october 2009 4 08 /10 /Okt. /2009 07:31
So viel Wirbel um ein Interview mit Reaktionen von so vielen Menschen, die es im Original gar nicht gelesen haben können.

Ich habe im Internet das Original-Interview gesucht und nicht gefunden.

Sarrazin, übrigens ein echter deuscher Name, macht gute Werbung für den Stern. Guter oder auch schlechter Journalismus braucht viele Leser. Die Verkaufszahlen wird es freuen.

Bleiben wir bei den wenigen bekannten Fakten.

1) Ich gehe davon aus, dass es viele Menschen mit einer ähnlichen Meinung in Deutschland gibt.

2) Die Methode, politisches Versagen in Sozial- und Rentenpolitik sowie verfehlte Integrationspolitik auf Ausländer oder Randgruppen abzuwälzen ist nicht neu und wird ganz schnell durchschaut, wie man an den Reaktionen sieht.

3) Tatsächlich sind in den Randgruppen der Gesellschaft nicht nur liebe, nette Menschen, versammelt. Wer das behaupten will, befindet sich auf der gleichen Wellenlänge wie ein Sarrazin.

4) Kritisieren ist einfach, Lösungen anbieten teuer.

5) Deutschland ist immer noch nicht in der Lage, eine sachliche Diskussion mit solchen Meinungsträgern zu führen. Das ist auch verständlich, weil wir immer noch alle in einer braunen Pfütze stehen. Aber der Ruf nach dem Staatsanwalt ist naiv und dumm.

6) Wir täten gut daran, diese Diskussionen zuzulassen, ohne den Agitateuren den Mund zu verbieten. Ein klares Bild über den Zustand der "Eliten" des Rechtsstaates ist hilfreicher als ein geschöntes.

7) Keiner kauft uns Deutschen eine schizoide Haltung ab. Wie glaubwürdig ist es, wenn ein Teil des Volkes erst aus Überzeugung Völkermord begeht, um danach mit der gleichen fanatischen Überzeugung braunes Gedankengut unsichtbar zu machen?

8) Radikale Meinungen, links oder rechts, gehören zu einem gesunden Staat. Denn Meinungsfreiheit ist unser wichtigstes Gut. Wer diese Meinungsfreiheit unterdrückt, ob mit ehrbaren oder verbrecherischen Motiven, ist mir suspekt.


Daniel Cohn Bendit hat im Interview auf die Frage: "muss man Sarrazin ertragen?" klar mit "Ja" geantwortet. Ein wahrhaft freiheitlicher und demokratischer Standpunkt.

von Bill Armstrong - veröffentlicht in: Politik
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Kommentare

Ich glaube, du meinst das hier nachzulesende Sarrazin-Interview

Meine Meinung zu dem Herren: Er ist keiner! Natürlich gibt es genügend Kritikpunkte, aber sich einige Gruppen der Einwanderer herauszupicken und auf ihnen rumzuhacken, ist den Finger auf die Wunde legen, ohne die Ursache aufzuzeigen.
Ursache ist, dass Menschen aus anderen Kulturen, die keine ausreichenden Informationen hatten, worauf sie sich einlassen, wenn sie nach Deutschland kommen, bis jetzt ohne eine "Gebrauchsanweisung hier rumeiern.

Keine klaren Regeln zur Integration wurden ihnen bis dato von unseren Regierungshelden übermittelt.
Bei der Hessen-Wahl habe ich mir nach den unsäglichen Aussprüchen des Herrn Koch mal ein paar Gedanken gemacht, die gut zu diesem Thema passen: Ausländerkinder zwischen allen Stühlen
Kommentarnr1 gepostet von madame federkiel am 10.10.2009 um 00h10
Ja, danke, diese Seite hatte ich nicht gefunden.
Ich bin kein Freund davon, um Probleme herumzureden. Jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, läßt sich trefflich der Mißstand beklagen. Jahrelang hat die Politik es versäumt, sich um diese Aufgabe zu kümmern und keine Gelder bereitgestellt. Man hat es allerdings  versäumt, Einwanderer zu verpflichten die Sprache zu erlernen. Jetzt zu  beklagen, dass viele nicht richtig Deutsch sprechen können, ist zu einfach.
Antwort von Bill Armstrong am 13.10.2009 um 18h29
Die beste aller Zusammenfassungen! Da ich nicht in Deutschland lebe, bin ich nicht im Geringsten emotional involviert. Mir ist die Links/Rechts-Besudelung also einerlei, eher lästig. Ich wollte lediglich etwas lesen über einen Mann, der eine Meinung ausspricht. In Zeitungen und anderen Nachrichtendiiesnsten bin ich nicht fündig geworden.
Ich schreibe so gut wie nie Kommentare, aber dieser Artikel war mir von hundert Quellen die hilfreichste. Clever!! 
Kommentarnr2 gepostet von Mario Tosani am 13.10.2009 um 15h13
Vielen Dank, das freut mich sehr! Über dieses Interview wurde so viel diskutiert, dass sein Inhalt substanzlos wurde. Das Interview von Sarrazin sollte polarisieren und eine Diskussion anfachen, so war es geplant. Und wir werden wieder erleben, dass alle sich zu Wort melden, wochenlang über das Thema sprechen aber keiner dies zu Anlass nehmen wird, jetzt mit den Mißständen aufzuräumen. Mittlerweile sind wir ein Volk von Wehklagern und Jammerern geworden, welches das Handeln nicht mehr kennt, weil es sich selbst im Wege steht.
Freundliche Grüße - Bill
Antwort von Bill Armstrong am 13.10.2009 um 18h36

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