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Wednesday, 27. january 2010 3 27 /01 /Jan. /2010 07:54
Nur eine Person, die innerhalb von 30 Tagen an den Folgen eines Verkehrsunfalls verstirbt, gilt als Verkehrstoter! Aktuell sind es 4 - 5000 und etwa 400.000 Verletzte. Dahinter verbergen sich unzählige menschliche Tragödien für die Angehörigen und eine riesige Belastung der Volkswirtschaft. Dabei geht es nur um Fortbewegung.

Sie haben sicherlich schon eins dieser netten Plakate neben der Autobahn entdeckt? Oder vielleicht doch Runter_vom_Gas.jpgnicht. Wir rauschen an ihnen vorbei. Bei einigen von uns stellt sich vielleicht ein kurzer Augenblick des Nachdenkens ein, dann hat man sich bereits der nächsten Staumeldung oder dem Song im Radio zugewandt.

Die Campagne wird finanziert vom Verkehrsminister, dem Verkehrssicherheitsrat. Unterstützer sind Unfallkassen, Telekom und Raststätten. Wo ist die Automobilindustrie??? Deshalb halte ich diese Campagnen erstens für Volksverdummung, nach der Devise "Seht her, wir tun doch was", quasi als Gewissensberuhigung.

Die einzig wirksame, konsequente Entscheidung wäre Tempolimit auf deutschen Autobahnen und dessen drastische Durchsetzung. Ich bin einfach nicht überzeugt, dass sich viele Menschen durch eine  Campagne "Runter vom Gas?" in ihrem Fahrverhalten ändern werden.

Eine Parallele:
Nach dem Tod von Beata Christandl durch Pistenrowdy Althaus haben sich viele Wintersportler einen Helm gekauft, weil es hieß, sie hätte mit Helm wahrscheinlich überlebt. Vorsichtiger gefahren deshalb nicht. Man trägt ja jetzt Helm. In den meisten Berichten hatte Beata nicht mal einen Namen, sie hieß "eine Skifahrerin"
.

Ein Tempolimit von 130 km/h würde niemandem Nachteile bringen. Der oft reklamierte Zeitverlust durch das "bummeln" ist ein nettes Hirngespinst. Durch dichten Verkehr sind hohe Durchschnitts- geschwindigkeiten heute gar nicht möglich, sie sind eine Illusion der Raser. Zudem wird durch das ständige Beschleunigen und Abbremsen Kraftstoff verschwendet und die CO2 Emission in die Höhe getrieben.

Viele Autofahrer sind hoffnungslos bei der Benutzung von Autobahnen überfordert und stellen dann für die Schnellfahrer ein erhöhtes Risiko dar.  So wird aus Angst vor dem Spurwechsel konstant auf der mittleren Spur geschlichen. Es fehlt die Übersicht und man fährt mit mangelnder Beleuchtung oder mit schlechten Reifen.
Viele Verkehrsteilnehmer sehen zudem misereabel oder sind andersweitig verunsichert.
Häufig fallen auch ältere Personen im Staßenverkehr durch gravierende Defizite bei der Beherrschung ihres Kraftfahrzeuges auf. Zudem maßen sich diese Menschen häufig auch noch an, ihr Mitmenschen belehren zu wollen, indem sie bewußt andere behindern.

Für meist sehr routinierte Schnellfahrer bedeutet diese Gruppe Verkehrsteilnehmer stress. Es sind Verkehrshindernisse, denen mit zunehmender Agressivität begegnet wird. Es ist nämlich ärgerlich, wenn man, 200 km/h schnell,durch einen plötzlich ohne Umsicht überholenden Mitstreiter voll in die Bremse langen muss.


Ein Tempolimit brächte Entspannung im Verkehrskrieg. Es ist schwer, selbst vernünftig zu sein, wenn die Anderen an einem locker mit ihren Nobelkarrossen vorbeiziehen. Die Geländewagen, die nie ein Gelände zu sehen bekommen. Menschen sind Herdentiere. Leittiere sind vorn und wer ist nicht gern ein Leitwolf, - und wenn es nur auf der Straße ist?


von Bill Armstrong - veröffentlicht in: Gesellschaft
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Kommentare

Zahlen sind ja immer so eine Sache! Wenn man nah dran ist, reicht auch schon die Zahl 1!
Kommentarnr1 gepostet von Lichterlein am 29.01.2010 um 12h23
Das mag sein
Antwort von Bill Armstrong am 30.01.2010 um 10h51

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