So einfach ist das mit einer Umstellung auf Elektrofahrzeuge nicht. Es ist eben nicht
damit getan, einfach heutige Limousinen mit Elektromotoren und Batterien auszurüsten.
Aktuelle Fahrzeuge haben viel zu viele Elektroverbraucher und sind viel zu schwer und zu groß. Denken Sie nur daran, dass im Winter eine Heizung betrieben werden muss, die gut und gerne 2000 Watt
schluckt. Mit dem e-Car verabschieden wir uns also auch vom heutigen Komfort, von Geschwindigkeit, Gewicht, Zuladung und Reichweite. Einen Wohnwagen kann so ein Ding auch nicht ziehen. Und was
ist mit Transportern, LKW und Bussen?
Ferner gibt es eigentlich heute noch keine adäquaten Batteriesysteme. Z.B. Li-Ion (Lithium-Ionen), welches als Energiespeicher heute einsatzfähig ist hat viele Schwächen. Sony brachte 1991 die erste Lithium-Batterie auf den Markt. Eine Lithium-Ionen-Batterie benötigt nur wenig Wartungsaufwand. Dennoch gibt es Nachteile: Sie benötigt Schutzschaltungen vor zu tiefen Entladungen, zu hohen Strömen und vor allem vor Überladungen. Bei mechanischer Beschädigung gibt es hohe Kurzschlussströme, die zu Brand oder gar Explosion führen können. Brennendes Lithium kann mit Wasser nicht gelöscht werden. Ein weiterer Nachteil ist die schnelle Alterung der meisten Lithium-Ionen Batterien. Eine Verschlechterung der Kapazität ist bereits nach einem Jahr bemerkbar, ob nun die Batterie gebraucht wurde oder nicht. Sind die Lithium-Ionen-Batterien zwei bis drei Jahre alt und damit an der Grenze ihre Lebensdauer angelangt, so entladen sie sich nach der Aufladung relativ schnell wieder.
Die Produktion und Entsorgung dieser Batterien ist aufwendig und erfordert, na was schon, viel Energie. Beim Ladevorgang muss rechnerisch etwa 160% Energie hineingesteckt werden um nachher 100% im Betrieb frei zu setzen.
Hoffnung auf bessere Systeme? Sicher wird es einen Fortschritt geben. Fakt ist aber, dass eine auf Chemie basierende Technologie der Ladungstrennung nicht unendliche Steigerungen der Energiedichte erlaubt, genau wie mit chemischen Sprengstoffen eine Leistungsgrenze erreicht wird oder auch bei einer Verbrennung.
Die Lösung der Energieprobleme wird also langfristig dazu führen, dass Individualverkehr mit kleinen Fahrzeugen stattfinden wird. Für Transport und Reise werden wir aber öffentliche Verkehrsmittel nutzen, wo nur ein Antrieb für viele Menschen oder Transportgüter benötigt wird.
Das bedeutet in Zukunft Abschied vom heutigen Universal-Vehikel. Und diese Umkehr ist auch genau der richtige Schritt. Eine einzige Person mit einer 1,5 Tonnen Maschine zu bewegen wird schon im nächsten Jahrhundert als Artefakt gelten. Mit Abscheu wird man in den Geschichtsbüchern zur Kenntnis nehmen, dass einmal Millionen dieser Dreckschleudern die Straßen verstopften und Tausende von Menschenleben jährlich kosteten.
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