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Kernkompetenz, engl. core competence, beleuchtet politische, wissenschaftliche und soziale Themen und vieles mehr aus einem unabhängigen Blickwinkel. Getreu dem Motto, die Wirklichkeit ist nur so real wie unser Standpunkt es erlaubt.

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Fairer Handel Privatsache?

Ein Bespiel: 1992 startete der gemeinnützige Verein TransFair seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Ich frage "Warum soll fairer Handel und ordentliche Preise für Erzeuger, meist aus der Dritten Welt, ein Anliegen sein, was der privaten Entscheidung bei der Wahl von Produkten obliegt?"

Immer noch gründet der Wohlstand der Industriestaaten, der Ersten Welt, auf der Ausbeutung von Ressourcen zu Dumpingpreisen in den armen Staaten. Wie lächerlich und zynisch ist im Vergleich dazu unsere Debatte um jeden Cent und gerechte Entlohnung, um Finanzkrisen, wo 80% der Weltbevölkerung um ein Einkommen für ihre tägliche Ernährung kämpfen müssen?

Die EU subventioniert mit Millionen von Steuergeldern die Zuckerrübe, um sie gegenüber dem Zuckerrohr konkurrenzfähig zu halten und erstickt damit einen fairen Handel mit den Zuckerrohrproduzenten. Parallel müssen diese  Länder mit Millionen an Entwicklungshilfe unterstützt werden.
Dies ist nur ein Bespiel von vielen, das den Wahnsinn dieser Weltwirschaft offenbart.

Vernünftige und gerechte Preise für die Erzeuger würden jegliche Entwicklunghilfe überflüssig machen. Die Preise für Importnahrungsmittel und Rohstoffe würden bei uns steigen aber wir können es uns leisten, die Erzeuger gerecht zu entlohnen und ihnen nicht verschämt Almosen in Form von Spenden und Entwicklungshilfe zukommen zu lassen.

2009 ist Wahljahr und die Parteien sind aufgefordert hierzu Stellung zu nehmen. Der sog. mündige Bürger sollte in den Parteiprogrammen genau nachlesen, welche Partei sich diesem Problem stellen will.
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S
Handel ist immer nur "fair", wenn sich Anbieter und Kaeufer in etwa gleich stark gegenueberstehen. "Fairer Handel" ist deswegen ein Ideal, das in der Wirklichkeit wenig Entsprechung hat, weil eben diese Ebenbuertigkeit geowehnlich nicht gegeben ist. Und wo sie nicht gegeben ist, kommen ausser-oekonomische Faktoren ins Spiel, die schliesslich fuer die Preisvereinbarung viel wichtiger sein koennen als das Motiv des Verkaeufers, Geld einzunehmen und das Motiv des Kaeufers, eine bestimmte Ware zu erwerben.Der "unfaire" Handel findet ja nicht nur zwischen den entwickelten Laendern und der Peripherie statt. In Westeuropa z.B. diktieren die Lebensmittelkonzerne - Weiterverarbeiter und Handel - den Erzeugern praktisch die Preise, weil ihre Marktmacht so gross ist, dass sie das eben koennen. Diese Marktmacht bringt die Erzeuger an die Grenze des Ruins - und der Staat macht dasselbe unter dem Titel "Landwirtschaftssubventionen", was er mit den Hungerleiderstaaten unter dem Titel "Entwicklungshilfe" macht."Fair Trade" ist keine Loesung im Gesamtmassstab, sondern eine Nische, die zwar ein paar zehntausend oder vielleicht auch ein paar Millionen Menschen hilft, aber im internationalen Handel voellig irrelevant ist. Das ist auch nicht veraenderbar ohne eine Veraenderung der Machtverhaeltnisse zwischen den Handelspartnern. Auf "humanitaere Motive" "ehrbarer Kaufleute" setzen ? Das kann man natuerlich, - so wie man auch an die jungfraeuliche Schwangerschaft Marias glauben kann. 
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B
<br /> Dass sich die Machtverhältnisse zugunsten heute Benachteiligter ändern werden, glaube ich ebensowenig. Eher wird sich die Kluft verbreitern. Edle Motive hin oder her, - zumindest eine<br /> Wahlmöglichkeit erzeugt mitunter ein "Nachdenken", selbst wenn es durch wirtschaftliches Denken geprägt wird. - Euer Bill<br /> <br /> <br />